Ost+Front
2014

OST+FRONT beschönigt nichts, schafft Musik und Texte, die abstoßen und wehtun sollen und betrachtet unsere kranke Welt mit bestechender Effektivität durch die schwarze Brille der bitterbösen Satire, unterfüttert mit jeder Menge Anspielungen, Doppeldeutigkeiten und Fußangeln, die erst bei genauerem Nachdenken ihr volles Potenzial entfalten. Musikalisch untermalt wird das moderne Babylon durch ein brachiales Grundgerüst aus heftigen Metal-Gitarrenwänden und unnachgiebiger Elektronik, vielfältig ausgeschmückt mit neo-klassischen Chorälen, Elementen der Mittelaltermusik und den melodischen Grooves der Neuen Deutschen Welle.
X-Vivo (R.i.P.)
2009 bis 2014

‚What doesn’t kill us is making us stronger‘ könnte das Leitmotiv der Berliner Industrial/Alternative Metal Combo sein, wenn man sich näher mit der Bandgeschichte befasst. 2006 gegründet, hat sich die Band 2011 nach diversen Rückschlägen und Besetzungswechseln neu formiert und das Bandkonzept gleichermaßen auf den Kopf gestellt. Die klare Linie zwischen Musik und dem Visuellen ist stärker denn je und der Sound ist vielseitiger geworden. Hier vereinen sich harte Riffs mit synthetischen Klängen, Pianos und elektronischen Beats. Auch die 4 Gesangsstimmen, die von derben Shouts über Rapparts bis hin zu cleanem Gesang reichen, sind Stilmittel der Band.
Live sind X-Vivo 5 Energiebündel, die sich wahrhaftig die Seele aus dem Leib rocken. Bühnenelemente aus Licht und Kabeln, die aus dem Filmset von Resident Evil sein könnten, treffen hierbei auf Mad Max Outfits und Serienkiller-Priester. Dreckige Körperteile und Zahnlack sind dabei inbegriffen, sodass beim Zuschauer der 1. Grad der Verwirrung schon beim Bühnenaufbau einsetzt.
Eden weint im Grab
2008 bis 2018

Seit jeher fühlen sich viele Menschen durch alles Mysteriöse und Unerklärliche angezogen. Ob Literaten, Maler, Wissenschaftler oder Musiker – immer wieder haben sich kreative Menschen dem Geheimnisvollen und Paranormalen angenommen. Mit viel Neugier und Faszination, aber auch stets etwas Argwohn tauchten sie ein in eine Welt rätselhafter Mysterien.
Die Berliner Düster-Metal-Band Eden Weint Im Grab (kurz: EwiG) folgt dieser Tradition anno 2011 auf ihre eigene Weise. So widmet sich die Formation um Alexander Paul Blake auf ihrem vierten Werk “Geysterstunde I – Ein poetisches Spektakel zu Mitternacht“ Gänsehautthemen wie Geisterscheinungen, Spuk, Spiritismus, finsteren Visionen oder Wiedergängern. Der Longplayer ist der erste Part eines zweiteiligen Konzepts, in dessen Rahmen – ähnlich wie in der Schauerliteratur der Schwarzen Romantik – Geschichten aus einer geheimnisvollen Zwischenwelt erzählt werden, die für sich stehen und doch ein großes Ganzes bilden. Beeinflusst u.a. von Schriftstellern wie Edgar Allan Poe und E.T.A. Hoffmann, dem Filmemacher Tim Burton, dem Mystiker Emanuel Swedenborg oder dem Wissenschaftler William James, stecken diese kleinen Geschichten voll von schwarzem Humor.
Scorned (R.i.P.)
2009 bis 2011

„Metal muss nicht brutal sein!“ Das ist das Motto der Berliner Metaller von Scorned. Entgegen den gängigen Modeerscheinungen liegt das Hauptaugenmerk hierbei auf der Musik des Quartetts. Wer also Truckercaps mit hochgeklapptem Schirm, T-Shirts mit neonfarbenen Fantasiemonstern und den obligatorischen Seitenscheitel erwartet, wird enttäuscht sein. Wer jedoch wegen der eigentlichen Aspekte des Metals, der musikalischen Präzision, dem druckvollen Sound und den groovigen Moshparts zu einem Scorned-Konzert geht, wird voll auf seine Kosten kommen.
Ihre Musik ist eine harte aber sehr melodische Mischung aus Metalcore, Old School Metal und Death Metal. Deren Wirkung entfaltet sich besonders live on stage. Präzise gespielte, progressive Hooklines brennen sich zusammen mit der energiegeladenen Bühnenshow ins Gedächtnis des wild moshenden Publikums. Vor allem in den Breakdown-Parts zeigen Scorned dem Zuhörer, welche Wucht in ihrer Musik steckt. Alles vereint letztlich der Anspruch, aus der klassischen Besetzung mit zwei Gitarren, Bass, Drums und Gesang die Power zu holen, für die viele andere Bands aus dem Metalgenre heutzutage elektronische Effekte und Synthesizer benötigen.
Ill Kommodity (R.i.P.)
2007 bis 2008

Am 16. 6. 1927 wurde unter strenger Geheimhaltung und unter Aufsicht der Regierung das Programm 100 durch Dr. Archelaus Freud ins Leben gerufen. Dessen Ziele waren es, das menschliche Gehirn und dessen Bewusstsein von den normalen zehn auf 100% zu steigern. Nach fünf Jahren der Vorbereitung wurden insgesamt 27 Versuchspersonen verschiedenster Herkunft und Status entführt, eingeschlossen und therapiert. Um das Projekt weiterhin vor den Augen der Öffentlichkeit zu verheimlichen, wurden jegliche Anzeichen einer Existenz der Patienten vernichtet. Sie waren quasi nie geboren worden. Nichtsdestotrotz kamen 23 der Versuchspersonen durch die Folgen der Therapien um. Die weiteren vier sind dem Wahnsinn verfallen. Die Regierung verleumdete von nun an die Existenz des Projekts und der Anstalt und strich alle Subventionen.
Die Tore wurden für immer geschlossen.